Mobile Medizintechnik für die integrierte Notfallversorgung und Unfallmedizin (MOMENTUM)

Die notfallmedizinische Versorgung von Patienten innerhalb und außerhalb des Krankenhauses basiert auf einem komplexen System ineinandergreifender Prozesse mit Beteiligung einer Vielzahl verschiedener Akteure (bspw. Ärzte, Sanitäter, Pflegekräfte) sowie einer großen Anzahl unterschiedlicher medizintechnischer Geräte und IT Systeme. Gerade die Behandlung außerhalb von spezialisierten medizinischen Einrichtungen (z.B. Krankenhaus, MVZ, Arztpraxis), erfordert die schnelle und einfache Verfügbarkeit von medizintechnischen Ressourcen, einen reibungslosen Informationszugriff sowie das Vorhandensein von medizinischem Expertenwissen. Die Versorgungsprozesse basieren dabei hauptsächlich auf dem Vorhandsein medizintechnischer Ressourcen, wie bspw. Bildgebungseinheiten, Vitalmonitoring und Atemüberwachung sowie einer Ausstattung für Notfallinterventionen. Jedoch können gerade diese Services derzeit nicht flächendeckend für die notfallmedizinische Versorgung zur Verfügung gestellt werden. Aufgrund ihrer Komplexität und Größe sind viele dieser Modalitäten nicht für den mobilen Einsatz geeignet. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, strategische und technische Konzepte zu entwerfen, um eine schnellstmögliche notfallmedizinische Versorgung zu realisieren und so die Behandlungsabläufe vom Unfallort bis in die Klinik zu verbessern.

Das Gesamtziel des Vorhabens umfasst die Entwicklung von integrierter Medizintechnik, welche entlang der Prozesskette, nicht nur im Klinikum (bspw. Schockraum, OP, Intensivstation), sondern bereits präklinisch mobil eingesetzt werden kann, wie z.B. am Einsatzort oder im Krankenwagen. Dabei werden die vernetzten Medizintechnik- und IT Systeme in einer gemeinsamen Kommunikationsinfrastruktur über heterogene Kommunikationstechnologien hinweg integriert und stellen ihre Funktionalitäten über die Infrastruktur zur Verfügung. Durch die digitale Vernetzung des mobilen Point-of-Care mit medizintechnischen Diagnose- und Therapiesystemen, ergibt sich eine wesentliche Verbesserung des mobilen Behandlungsszenarios. Bereits am Behandlungsort kann so auf medizinische Ressourcen, Technologien und Informationen des Krankenhauses zurückgegriffen aber auch Informationen an das Klinikum übermittelt werden. Dies ermöglicht nicht nur eine präzisere diagnostische Bewertung der patienten-spezifischen Situation, sondern auch eine weitaus höhere Präzision bei der frühzeitigen Erstbefundung vor Ort. Bewertungen zum weiteren Vorgehen bei der Behandlung können auf diese Weise bereits vor dem Eintreffen des Patienten koordiniert und im Krankenhaus nahtlos fortgesetzt werden. Der Einsatz neuer Kommunikationstechnologien integriert die gesamte Notfallversorgung von Einsatzort bis zur Versorgung im Krankenhaus und führt zu einer Erhöhung der Mobilität in der Patientenbehandlung mit einer verbesserten Ressourcenauslastung und einem geringeren Ressourcenbedarf. Die entwickelten Technologien sollen im Rahmen des Projektes an verschiedenen Beispielszenarien prototypisch implementiert und evaluiert werden. Gemeinsam mit allen Partnern fand eine erste Vorauswahl der Szenarien statt.

Details

Laufzeit: 09/2019 - 08/2022
Förderung:Bundesministerium für Bildung und Forschung
Partner: Innovationszentrum für Computerassistierte Chirurgie, Universität Leipzig
Universitätsklinikum Leipzig, Klinik für Unfallchirugie
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Institut für Medizinische Elektrotechnik, Universität Lübeck
SurgiTAIX AG
ERNW Research GmbH

Beteiligte Mitarbeiter

Zuletzt aktualisiert am 11.12.2019 von Admin
AIT ieee tzi ith Fachbereich 1
© Arbeitsbereich Nachrichtentechnik - Universität BremenImpressum / Kontakt