Teilprojekt: Erforschung und Demonstration von neuen Konzepten zur |
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Rasend schnell, energieeffizient, ausfallsicher – und extrem komplex: Die Entwicklung des nächsten Mobilfunkstandards 6G wird vom Bund gefördert. 6G wird die mobile Höchstleistungsdatentechnologie der Zukunft und unsere Kommunikation im kommenden Jahrzehnt noch einmal revolutionieren. 250 Millionen Euro hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) jetzt für insgesamt vier „Forschungs-Hubs“ zur Entwicklung von 6G bereitstellt, 67 Millionen Euro davon für das Open6GHub mit 17 Forschungspartnern. In diesem Hub ist die Universität Bremen in einem Umfang von fünf Millionen Euro dabei. Damit werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Nachrichten- und Elektrotechnik sowie der Satellitensysteme ihr Know-how in den Bereichen einbringen, in denen sie deutschlandweit führend sind.
Der „Open 6G Hub“ designt ein holistisches 6G-System, das den Anforderungen der Anwender und der Gesellschaft nach 2030 entspricht. Es ist das Ziel, im europäischen Kontext Beiträge zu einem globalen 6G-Harmonisierungsprozess und Standard zu liefern, der deutsche Interessen im Sinne gesellschaftlicher Prioritäten berücksichtigt und dabei die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die technologische Souveränität sowie die Position Deutschlands und Europas im internationalen Wettbewerb um 6G stärkt. Zunächst betrachten die beteiligten Projektpartner Anwendungsszenarien in der vernetzten Fabrik, in ländlichen Gebieten und der Landwirtschaft. Ein zentraler Forschungsaspekt ist auch die Einbindung speziell für Kommunikationssysteme entwickelter Verfahren von Künstlicher Intelligenz zur Verbesserung der Energieeffizienz und Zuverlässigkeit. Ziel ist es, dadurch die Netze der Zukunft so leistungsstark und effizient wie möglich zu betreiben.
Die Universität Bremen ist einer der größten Forschungspartner im Open6GHub; die Gesamtkoordination erfolgt durch das Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern. „Wir haben innerhalb von Open6GHub das Arbeitspaket ‚Beyond Cellular‘ übernommen, also die Abkehr vom bisherigen terrestrischen Mobilfunknetz mit Funkzellen hin zu einem dreidimensionalen Mobilfunknetz. Die Verbindungen werden künftig nicht nur durch Masten am Erdboden, sondern auch durch Drohnen, Ballons, Flugzeuge und vor allem auch Satelliten hergestellt“, erläutert Dekorsy. Zum Testen der neuen 6G-Technologien wird ein Experimentierfeld an der Universität Bremen aufgebaut, für das auch ein operationeller 6G-Kleinsatellit entwickelt wird. Dieses Experimentierfeld soll langfristig für Kooperationen und Testmöglichkeiten mit Unternehmen genutzt werden.
Die Arbeitsgruppe Nachrichtentechnik gilt bei dem Einsatz moderner Mobilfunktechniken als eine der führenden deutschen Forschungsgruppen und hat in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Euro für verschiedene Projekte eingeworben, um die umfassenden Möglichkeiten von 5G zu nutzen. Auf dieses Know-how baut die neue Forschungstätigkeit im Open6GHub auf. Ergänzt wird dies durch die langjährige Expertise des ZARM im raumfahrttechnologischen und des ITEM im elektrotechnischen Bereich.